Angebotene Swaps

Bei dem Spread Ladder Swap tauscht der Kunde einen einseitig von der Bank festgelegten Festzins gegen einen variablen Zins, der sich aus einer Differenzierung aus zwei- und zehnjährigen Zinslaufzeiten als Basiswert ergibt. Liegt der variable Zins höher als der Festzins, entsteht der Schaden – liegt er niedriger, würde sich das positiv für den Kunden auswirken. Der positive Verlauf für den Kunden wird allerdings durch ein Kündigungsrecht der Bank verhindert. Zudem hat die Bank für sich als weiteren Sicherungsmechanismus eine Zinsobergrenze definiert.

Das Produkt wurde insbesondere „solventen Kunden“ angeboten, die in der Lage waren, die anfallenden Ausgleichszahlungen bei negativer Entwicklung zu zahlen. Somit waren viele erfolgreiche kleine und mittelständische Unternehmen genauso betroffen, wie solvente Einzelpersonen.

Bei einem Cross Currency Swap handelt es sich um Verträge, bei denen Kunde und Bank sich wechselseitig verzinste fiktive Darlehen in verschiedenen Währungen gewähren. In der von der HypoVereinsbank gewählten Ausgestaltung ist dabei die volle Bezugsgröße am Laufzeitende zu dem dann aktuellen Wechselkurs zurückzutauschen. Der Kunde trägt damit ein kombiniertes Risiko aus Wechselkursentwicklung und Entwicklung des Zinsniveaus in verschiedenen Währungsräumen. Das Finanzinstrument wurde von der HypoVereinsbank an Privatanleger vertrieben, die damit oftmals Beträge von mehreren hunderttausend Euro verloren haben.

Ein Currency Related Swap basiert auf dem Verhältnis des EUR zum CHF. Bei Unterschreiten einer bestimmten Barriere entsteht durch die Berechnungsformel ein hoher Verlust. Aufgrund der massiven Verschlechterung des EUR gegenüber dem CHF sind häufig Verluste in zweistelliger Millionenhöhe entstanden.

Weitere Namen von verkauften Swaps lauteten:

  • CHF-Plus-Swap
  • Flexi-Swap
  • CHF-Digital-Swap
  • CMS-Bandbreitenswap
  • Kündbarer Zahler-Swap
  • Doppel-Digital-Swap
  • USD-Quanto-Swap mit Schutzkorridor
  • Spreadswap
  • Kündbarer Stufenswap
  • Digitaler Differenz-Stufenswap
  • Flipswap
  • Doppelswap
  • Zinsphasenswap
  • Invers-CMS-Stufenswap
  • Kündbarer Spreadswap

Es wurden allerdings auch synthetische Indizes als Basiswerte herangezogen: „Harvest“, „Growth“, “Value”, blumige Werbung für ein durchkalkuliertes Geschäft der Banken. Allein die Deutsche Bank hat für jede Anlagestrategie einen künstlichen Index geschaffen: Dynamic Aktien Plus, Value & Growth Total Return, Sovereign Bond Elite, Alternative Portfolio, Agriculture Commodities, Currency Harvest, Balanced Momentum, Deutsche Bank Balanced Currency Harvest Index Swap, um nur einige der Indizes zu nennen.

Eingebettete Derivate (embedded derivatives) z.B. der DEXIA Kommunalbank: Im Gegensatz zu den für viele Betroffene schon nicht einfach nachvollziehbaren freistehenden Derivaten sind eingebettete Derivate oftmals noch um ein Vielfaches intransparenter und komplexer. Insbesondere gilt dies für in Darlehen eingebettete Derivate. Hier wurde den Betroffenen oft schon nicht offen gelegt, dass das Darlehen ein solches Derivat enthielt. Es wurde von einem "strukturierten Darlehen" oder schlicht einer "optimierten Finanzierung" gesprochen.